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KoWi-Newsletter zur EU-Forschungs- und Innovationsförderung
22. Mai 2026
Lieber Herr Steinwachs,

mit unserem Newsletter erhalten Sie Meldungen zur europäischen Forschungs- und Innovationsförderung und verwandten Themen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr KoWi-Team
Forschungspolitische Entwicklungen und Beschlüsse


Liste der förderfähigen Projekte für den EIC Transition Call 2026 verfügbar 
Die Europäische Kommission hat die aktualisierte Liste der Projekte veröffentlicht, deren Ergebnisse für den EIC Transition Call 2026 des European Innovation Councils (EIC) eingereicht werden können. In den letzten Jahren wurden die Förderkriterien für den EIC Transition erweitert. Die Liste umfasst inzwischen unter anderem auch Verbundprojekte aus der zweiten Säule von Horizon Europe (auch aus den Arbeitsprogrammen der Missionen und den Joint Undertakings) sowie aus dem Research Infrastructures Arbeitsprogramm.  

Zur Erinnerung: Projektanträge für die EIC Transition Förderlinie müssen auf bereits im Rahmen eines förderfähigen Projekts erzielten Ergebnissen aufbauen, und diese Ergebnisse sollten mindestens TRL 3 (experimenteller Proof of Concept) oder TRL 4 (im Labor validierte Technologie) erreicht haben. 

Detaillierte Förderkriterien und Modalitäten sind im EIC-Arbeitsprogramm 2026 aufgeführt.
Kontakt bei KoWi:
Inga Benner

Sondierung zur Revision des EU-Urheberrechts: Relevanz für Forschung und Innovation
Die Europäische Kommission hat eine Sondierung zu einer „gezielten Initiative für ein besseres urheberrechtliches Umfeld für Kreativität und Innovation“ gestartet. Rückmeldungen können bis zum 25. Juni 2026 eingereicht werden. Diese Initiative steht im Zusammenhang mit der anstehenden Überprüfung der Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt. Auch wenn der Fokus auf Herausforderungen für die Kreativwirtschaft im Kontext generativer KI, Online-Piraterie und Vergütungsrechten liegt, weist die Sondierung zugleich eine Forschungsdimension auf.

Das Konsultationsdokument benennt insbesondere zwei forschungsbezogene Problembereiche. Erstens wird die optionale urheberrechtliche Ausnahmeregelung für wissenschaftliche Forschung (in der InfoSoc-Richtlinie) in den Mitgliedstaaten unterschiedlich umgesetzt. Nach Einschätzung der Kommission führt dies zu Rechtsunsicherheit bei grenzüberschreitender Forschungszusammenarbeit, da Forschende mit unterschiedlichen nationalen Regelungen umgehen müssen. Zweitens verweist die Sondierung auf Schwierigkeiten von Forschenden, Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung breit zu teilen, zugänglich zu machen und weiterzuverwenden, da Autor*innen bei der Veröffentlichung von Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften ihre Rechte häufig an die jeweiligen Verlage übertragen (müssen).

In diesem Kontext wird die Kommission unter anderem eine Klarstellung oder stärkere Harmonisierung der Forschungsausnahmeregelung sowie möglicherweise die Einführung eines EU-weiten Zweitveröffentlichungsrechts für Forschende unter bestimmten Bedingungen prüfen. Für Forschungseinrichtungen ist diese Initiative daher nicht nur aus urheberrechtlicher Sicht relevant, sondern auch als möglicher Beitrag zur besseren Zirkulation wissenschaftlichen Wissens, zur Verringerung rechtlicher Fragmentierung und zur Stärkung grenzüberschreitender Forschung und Innovation in Europa.
Kontakt bei KoWi:
Martin Winger

Neue EU-Initiative für globale Gesundheitsresilienz mit Relevanz für Forschung und Innovation 
Die Europäische Kommission hat eine Mitteilung zu einer Global Health Resilience Initiative mit EU-Prioritäten zur Stärkung der globalen Gesundheitsresilienz in Zusammenarbeit mit Partnerländern, EU-Mitgliedstaaten, multilateralen Institutionen und der Zivilgesellschaft angenommen. Der Fokus liegt auf fünf Bereichen: eine wirksamere und weniger fragmentierte globale Gesundheitsarchitektur; resiliente, staatlich gesteuerte Gesundheitssysteme; eine stärkere Prävention, Vorsorge und Reaktion auf globale Gesundheitsbedrohungen; diversifizierte Lieferketten und Produktionskapazitäten für wichtige Gesundheitsprodukte; sowie gesellschaftliche Resilienz durch Vertrauen in die Wissenschaft und Maßnahmen gegen gesundheitsbezogene Desinformation. 

Für die Forschungs- und Innovationscommunity sind einige der neun angekündigten Flagship-Initiativen relevant. Die Kommission beabsichtigt u.a. einen Ausbau der Unterstützung für klinische Forschung (end-to-end) und multinationale klinische Studien über dezidierte Netzwerke – basierend auf den Erfahrungen der (in Horizon Europe geförderten) Global Health EDCTP3 Clinical Trial-Partnerschaft mit Afrika. Weitere F&I-relevante Aspekte umfassen die Unterstützung für Impfstoffe, Therapeutika und Diagnostik, gestärkte Überwachungs- und Labornetzwerke sowie den globalen Zugang zu zentralen Genom- und Biodaten-Repositorien.  
Kontakt bei KoWi:
Inga Benner

Sondierung zum EU Biotech Act II
Die Europäische Kommission hat eine Sondierung zur Vorbereitung des geplanten „Biotech Act II“ veröffentlicht und ruft zur Einreichung von Stellungnahmen auf. Ziel ist es, Rückmeldungen zu Herausforderungen und Potenzialen der industriellen Biotechnologie und Bioproduktion in der EU zu sammeln.  

Die Initiative folgt auf den Kommissionsvorschlag für einen europäischen Biotech-Rechtsakt I von Ende 2025, der in erster Linie den Bereich der medizinischen Biotechnologie abdeckt. Der Biotech-Rechtsakt II soll diesen ergänzen, den Anwendungsbereich auf die industrielle Biotechnologie und Bioproduktion ausweiten und bereichsübergreifende Herausforderungen angehen. 

Das übergeordnete Ziel des Biotech Act II ist die Steigerung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit der EU im Bereich der Biotechnologie und Bioproduktion. Als mögliche Interventionsbereiche könnten darin der Aufbau von Leitmärkten und die Förderung der Marktakzeptanz von biobasierten Materialien, bessere Rahmenbedingungen für Investitionen, Nachhaltigkeitskriterien und die Vereinfachung regulatorischer Vorgaben adressiert werden. 

Alle Interessensträger, darunter Forschende und Hochschulen, sind aufgerufen, bis zum 10. Juni 2026 Stellungnahmen zu diesen und weiteren Aspekten des Biotech Act II einzureichen. Diese werden in eine geplante Folgenabschätzung sowie den für das vierte Quartal 2026 geplanten Legislativvorschlag einfließen. 
Kontakt bei KoWi:
Mareike Schmitt
Projektmanagement

Aktualisierte Version des MSCA-Musterkonsortialvertrags veröffentlicht
Die Arbeitsgruppe Recht des Bundesarbeitskreises der EU-Referent*innen an Hochschulen in Deutschland hat eine überarbeitete Version des Musterkonsortialvertrags für Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) veröffentlicht.

Der Musterkonsortialvertrag ist gedacht für Projekte der MSCA-Förderlinien Doctoral Networks und Staff Exchanges und dient der Unterstützung von Konsortien bei der Ausgestaltung ihrer vertraglichen Zusammenarbeit. Wie bereits die Vorgängerversion basiert das Dokument auf dem DESCA-Musterkonsortialvertrag für Horizon Europe und passt dessen Regelungen an die Besonderheiten der MSCA-Förderlinien an.

Der Musterkonsortialvertrag wird unverbindlich zur Verfügung gestellt. Eine eigenständige rechtliche Prüfung sowie Anpassung an die jeweiligen projektspezifischen Anforderungen durch die Nutzer*innen wird empfohlen.
Kontakt bei KoWi:
Yvette Gafinen

Aktualisierter Leitfaden zur praktischen Umsetzung von Lump Sum-Projekten
Die Europäische Kommission hat eine neue Version des Leitfadens „How to manage your lump sum grants“ veröffentlicht. 

Die Aktualisierung enthält insbesondere Klarstellungen zur praktischen Umsetzung von Lump Sum-Anträgen und -Projekten, beispielsweise hinsichtlich der neuen Budgettabelle als Online-Formular. Kleinere inhaltliche Änderungen beziehen sich auf die Berichtspflichten am Projektende und bei einem frühzeitigen Ausscheiden von Projektpartnern.

KoWi verfolgt weiterhin die Entwicklungen im Bereich der Lump Sum-Förderung. Gemeinsam mit dem europaweiten IGLO-Netzwerk haben wir am 21. Mai 2026 zum dritten Mal einen „IGLO in Action“-Workshop zu Lump Sums ausgerichtet. Dabei tauschten sich Projektmanager*innen aus ganz Europa über ihre Erfahrungen mit dieser Förderform aus. Einen entsprechenden Ergebnisbericht werden wir auf unserer Website zur Verfügung stellen und dazu auch über unseren Newsletter informieren.
Kontakt bei KoWi:
Yvette Gafinen
Veranstaltungen

ERC & EIC Short Talk: Mit dem EIC Transition von der Grundlagenforschung in die Anwendung
Am 9. Juni (11:00 bis 12:00 Uhr) widmet sich die sechte Folge der Short Talks dem Thema Bioengineering, mit Projekten an der Schnittstelle zwischen 3D-Druck und Stammzellbiologie. Die Teilnahme lohnt sich sowohl für Forschende aus allen Disziplinen, da es um die allgemeine Erfahrung mit den Fördermaßnahmen geht. Willkommen sind auch EU-Referent*innen und Mitarbeiter*innen aus dem Transferbereich. 

Bei den ERC & EIC Short Talks sprechen Wissenschaftler*innen und Unternehmer*innen darüber, wie sie Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Anwendung bringen. Im Mittelpunkt stehen dabei Projekte aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen, die durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) mit dem ERC Proof of Concept-Grant oder aus Mitteln des Europäischen Innovationsrates (EIC) gefördert wurden. 

Die Short Talks sind Onlineveranstaltungen und werden von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) in Kooperation mit der Niederländischen Unternehmensagentur (RVO) und der KoWi organisiert. Am Anfang des ERC & EIC Short Talk gibt es einen kurzen Überblick zu ERC Proof of Concept, EIC Pathfinder und EIC Transition, die allesamt Forschungsergebnisse in die Anwendung bringen. Darauf folgen ein Input der Gastsprecher*innen sowie ein moderiertes Gespräch mit der Möglichkeit, direkt Fragen zu stellen.

Unser Gast ist Riccardo Levato, Associate Professor für Translational Bioengineering and Biomaterials, Universität Utrecht und Universitätsklinikum Utrecht. Riccardo Levato wird über seine Erfahrungen mit einem ERC Proof of Concept Grant sprechen, der für ihn zum EIC Transition Projekt REVOLV REliable animal-free and high-throughput VOLumetric bioprinting of functional 3D assays führte.
Kontakt bei KoWi:
Inga Benner
Stellenausschreibungen


Aktuelle Stellenausschreibungen in Forschung und Administration
Die Stellenausschreibungen der letzten Woche finden Sie unter:

EU-Projektmanager für MSCA Doctoral Network (m/w/d), Université de Lorraine, Forschungseinheit ATILF, Nancy, Frankreich
Research Assistant (m/f/d) with the option to pursue a Ph.D., Leibniz Centre for Agricultural Landscape Research, Müncheberg
Promotionsstelle (w/m/d) NEPS-Migration, Leibniz-Institut für Bildungsverläufe, BambergJob Titel 2


KoWi ist Teil der Nationalen Kontaktstelle Europäischer Forschungsrat (NKS ERC), die seit 2014 gemeinsam vom EU-Büro des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) beim DLR Projektträger und KoWi betreut wird. Weitere Informationen, Services und alle Ansprechpartner*innen der NKS ERC finden Sie auf der gemeinsamen Homepage www.nks-erc.de, wo Sie sich auch für den NKS ERC Newsletter anmelden können.


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