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KoWi-Newsletter zur EU-Forschungs- und Innovationsförderung
12. Juni 2026
Lieber Herr Steinwachs,

mit unserem Newsletter erhalten Sie Meldungen zur europäischen Forschungs- und Innovationsförderung und verwandten Themen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr KoWi-Team
Forschungspolitische Entwicklungen und Beschlüsse
Neues EU-Tech-Souveränitätspaket vorgestellt
Forschungspolitische Entwicklungen und Beschlüsse


Neues EU‑Tech-Souveränitätspaket vorgestellt

Das Tech Sovereignty Package der Europäischen Kommission (3. Juni 2026) stellt einen umfassenden Rahmen aus vier komplementären Maßnahmen dar, der Europa in der Entwicklung und im Einsatz kritischer digitaler Technologien stärken soll. Dabei liegt ein stärkerer Fokus auf der Überführung von Forschung die industrielle Anwendung.

Der Vorschlag für den Chips Act 2.0 baut auf dem ersten Chips Act auf, indem er zentrale Instrumente erweitert und einen stärkeren Fokus auf industrielle Skalierung sowie die Verringerung von Abhängigkeiten legt. Für Forschung und Innovation (FuI) sind erweiterte Pilotlinien und Designplattformen, eine fortlaufende Unterstützung für KI, Quanten- und Photoniktechnologien sowie neue strategische Projekte und Beschaffungsinstrumente vorgesehen. Die Verhandlungen zwischen dem Europäischem Parlament und Rat der Europäischen Union sollen in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen.

Der vorgeschlagene Cloud and AI Development Act (CADA) zielt darauf ab, Europas Cloud- und KI-Ökosystem auszubauen und den Zugang zu Recheninfrastruktur zu verbessern. Erwartet wird eine Unterstützung von KI-Forschung und -Infrastruktur, einschließlich Rechenzentren und „Grand Challenges“ für sektorübergreifende Innovation. Auch hier ist mit einem Start der Verhandlungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 zu rechnen.

Die EU Open Source Strategy fördert Open Source als zentrales Element der europäischen FuI, stärkt offene Ergebnisse, wiederverwendbare Infrastrukturen und kollaborative Ökosysteme und wird durch neue Governance-Strukturen und Fördermaßnahmen unterstützt.

Das letzte Element des EU-Tech-Souveränitätspakets ist die Roadmap zur Digitalisierung und KI im Energiebereich. Hierbei sollen KI-gestützte Lösungen für Energiesysteme sowie Forschung zu nachhaltiger digitaler Infrastruktur, einschließlich energieeffizienter Rechenzentren, entwickelt werden.

Insgesamt verstärkt das Paket den Trend hin zu einer FuI-Politik, die direkt zur technologischen Souveränität und industriellen Leistungsfähigkeit Europas beitragen soll: eine Förderlogik, die im Rahmen von FP10 im Bereich der top-down Ausschreibungen weiter ausgebaut werden dürfte.
Kontakt bei KoWi:
Bettina Schelkle

Assoziierung Australiens an Horizon Europe
Die Europäische Kommission und Australien haben die Verhandlungen zur Assoziierung an Horizon Europe erfolgreich abgeschlossen. Diese beziehen sich auf die Säule II „Global Challenges and European Industrial Competitiveness“ von Horizon Europe. 

Ab Januar 2027 tritt demnach eine Übergangsregelung („transitional arrangement“) in Kraft, die es in Australien ansässigen Einrichtungen ermöglicht, sich in Anträgen der Säule II als Beneficiary zu bewerben und EU-Zuwendungen zu erhalten. Einrichtungen in assoziierten Staaten sind Teilnehmenden aus EU-Mitgliedstaaten gleichgestellt, erhalten die gleichen Förderquoten und können als Projektkoordinatoren auftreten.
Kontakt bei KoWi:
Yvette Gafinen

Europäische Expert*innengruppe verabschiedet Einschätzung zur politischen Verantwortung der EU gegenüber der Natur
Die „European Group on Ethics in Science and New Technologies (EGE)“ hat eine Stellungnahme zur Umsetzung der politischen Verantwortung der EU gegenüber der Natur erstellt. Die Stellungnahme „Valuing Nature: Implications for EU Governance“ wurde am 3. Juni im Rahmen des Ethics Advice Mechanism (EThAM) veröffentlicht, der der Europäischen Kommission und anderen europäischen Institutionen unabhängige ethische Beratung und politische Empfehlungen bietet.

Die EGE untersucht in dieser Stellungnahme, welchen Stellenwert die Natur in menschlichen Gesellschaften einnimmt und wie diese Wertvorstellungen die Regierungsführung, das Recht und die Politikgestaltung in der Europäischen Union prägen. 

Die EGE- Expert*innen warnen davor, dass im aktuellen europäischen Kontext, der von geopolitischer Instabilität, wirtschaftlichem Druck und sozialen Spannungen geprägt ist, die ökologische Nachhaltigkeit Gefahr läuft, in den Hintergrund zu geraten, obwohl sie eine Voraussetzung für Resilienz, Wohlstand, Gesundheit, Sicherheit und demokratische Legitimität ist. Vor diesem Hintergrund betont die EGE, dass ökologische Nachhaltigkeit nicht als zweitrangiges politisches Ziel, sondern als notwendige Voraussetzung für legitime Regierungsführung und kollektives Wohlergehen verstanden werden muss.

Die Stellungnahme enthält neun Empfehlungen der EGE an politische Entscheidungsträger*innen in der EU und den Mitgliedsstaaten, darunter die Verankerung eines Rechts auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt innerhalb der EU-Rechtsordnung, die Stärkung von institutionellen Mechanismen zur Vertretung ökologischer Belange im Rahmen von Regierungsführung und Rechtsprechung sowie die Stärkung von Forschung und Innovation zu Ansätzen für die Naturbewertung und zur Steuerung menschlicher Eingriffe in die Natur.
Kontakt bei KoWi:
Mareike Schmitt
Projektmanagement

Model Grant Agreement für Horizon Europe aktualisiert
Die Europäische Kommission hat eine aktualisierte Version des Model Grant Agreements (MGA) für Horizon Europe im EU Funding & Tenders Portal veröffentlicht. Das MGA ist Basis für die projektspezifische Finanzhilfevereinbarung, die zwischen Europäischer Kommission bzw. deren Exekutivagenturen und den Fördergeldempfängern eines Projektes abgeschlossen wird. 

Die bisherigen Versionen des MGA enthielten die Verpflichtung zur ausschließlichen Ausrichtung der Projektaktivitäten auf zivile Anwendungen. Die aktualisierte Version des MGA erlaubt nun in zukünftigen Projekten auch Aktivitäten in Richtung von Anwendungen mit potenziellem militärischem Nutzen (Dual Use), wenn dies im Ausschreibungstext vorgesehen ist.
Kontakt bei KoWi:
Sebastian Claus
Veranstaltungen

Joint Research Centre: Launch des Collaborative Doctoral Partnerships Call 2026

Das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission lädt zum Launch des Calls for Expressions of Interest 2026 der Collaborative Doctoral Partnerships (CDP) ein.

Die Veranstaltung findet am 23. Juni 2026 von 14:00 bis 18:00 Uhr in der Fondation Universitaire in Brüssel statt.

Ziel der CDPs ist es, die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und dem JRC zu stärken, indem gemeinsame PhD Projekte sowie tiefgreifendere Forschungskooperationen gefördert werden. Im Rahmen der Veranstaltung stellt das JRC den kommenden CDP Call 2026, einschließlich thematischer Schwerpunkte, Teilnahmebedingungen und Antragsverfahren, vor. Darüber hinaus werden sich Expert*innen, Forschende sowie Vertreter*innen von Hochschulen und Organisationen zu Forschungskooperationen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Hochschulen und Science for policy Forschung austauschen.

Kontakt bei KoWi:
Katharina Spannhake

NKS-Interviewtrainings zum Consolidator Grant 2026: Terminänderung
Bei den von KoWi durchgeführten NKS-Interviewtrainings zum Consolidator Grant 2026 haben sich bei den Kleingruppentrainings (Teil II) zwei Änderungen in der Termin- und Domain-Zuordnung ergeben:
  • Ein Training für die PE-Domain findet nun am 18. September statt (dies ersetzt den ursprünglich vorgesehenen Termin am 14. September). 
  • Der Termin am 15. September ist nun der SH-Domain zugeordnet.
Damit ergibt sich folgende aktualisierte Übersicht der von KoWi durchgeführten Interviewtrainings:
  • 4. September (9 - 13 Uhr) – LS-Domain
  • 11. September (9 - 13 Uhr) – SH-Domain
  • 15. September (13:30 - 17:30 Uhr) – SH-Domain
  • 17. September (13:30 - 17:30 Uhr) – PE-Domain
  • 18. September (09:30 - 13:30 Uhr) – PE-Domain
Die Anmeldung für die Interviewtrainings startet am 9. Juli (10 Uhr). Wichtig: Die Plätze für die Kleingruppentrainings (Teil II) sind sehr schnell ausgebucht, eine Registrierung für Teil II sollte direkt zum Anmeldestart erfolgen.

European Research and Transfer Management (EURESTMA) - Bewerbungsphase startet
Sind Sie im Forschungsmanagement tätig und für Forschungsprojekte verantwortlich? Möchten Sie Ihr berufliches Netzwerk erweitern und Ihre Kompetenzen gezielt ausbauen? Das EURESTMA-Zertifikatsprogramm unterstützt die Professionalisierung des Forschungsmanagements in Europa und fördert gleichzeitig eine lebendige internationale Community von Fachleuten.

Was Sie erwartet:Vernetzen: Werden Sie Teil einer ausgewählten Gruppe von 20 Teilnehmenden und tauschen Sie sich mit Fachkolleginnen und -kollegen aus ganz Europa aus.
  • Qualifizieren: Erwerben Sie ein anerkanntes Zertifikat im Umfang von 15 ECTS an der Hochschule Osnabrück und stärken Sie Ihr berufliches Profil. 
  • Anwenden: Entwickeln und implementieren Sie ein Change-Management-Projekt direkt an Ihrer eigenen Institution und erzielen Sie unmittelbare Wirkung. 
Gehen Sie den nächsten Schritt in Ihrer beruflichen Entwicklung und werden Sie Teil des EURESTMA-Programms für Research Managerinnen und Research Manager.

Bewerbungszeitraum: 1. Mai bis 1. November 2026

Save the date: "Research in Europe" – Informationstag zur Förderung Ihrer wissenschaftlichen Karriere am 8. Oktober 2026 an der Universität Kassel

Planen Sie Ihre Promotion oder Ihre Postdocphase? Suchen Sie nach passenden Fördermöglichkeiten? Der englischsprachige Informationstag "Research in Europe" bietet Ihnen einen kompakten Überblick zu Fördermöglichkeiten in Deutschland und der EU. Informieren Sie sich aus erster Hand über Förder- und Karrieremöglichkeiten für die Promotions- und Postdocphase und erfahren Sie, wie Sie sich erfolgreich bewerben. Die größten deutschen Förderorganisationen stellen ihre Angebote in Kurzpräsentationen vor und stehen während der Veranstaltung an Messeständen für Ihre individuellen Fragen bereit.

Die Veranstaltung wird von der Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen (KoWi) und der Universität Kassel organisiert. Die Veranstaltung wird am 8. Oktober 2026 an der Universität Kassel ausgerichtet.

"Research in Europe" richtet sich an Studierende höherer Semester, Graduierte, Doktorand*innen, Postdoktorand*innen, Habilitand*innen und Multiplikator*innen. Es handelt sich um eine überregionale Veranstaltung. Interessierte von außerhalb der Universität Kassel sind herzlich willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Anmeldung wird am 16. Juli geöffnet.
Kontakt bei KoWi:
Laura Willems
Stellenausschreibungen


Aktuelle Stellenausschreibungen in Forschung und Administration
Die Stellenausschreibungen der letzten Woche finden Sie unter:

Mitarbeiter:in Forschungsinformationssystem und digitale Forschungsservices (m/w/d), Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
Wissenschaftliche/-r Mitarbeiter/-in im Projekt „Data Engineering zur Degradation elektrochemischer Zellen“ (m/w/d), Hochschule München
MITARBEITER*IN DRITTMITTELCONTROLLING - FINANZIELLES PROJEKTMANAGEMENT, Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Niedersachsen, Osnabrück
MITARBEITER*IN FÖRDERMITTELBERATUNG, Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Niedersachsen, Osnabrück
EU-Forschungsmanager:in (m/w/d), Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart
University Assistant Postdoctoral, Institute of Organic Chemistry, Faculty of Chemsitry, University Vienna
University Assistant Postdoctoral, Institute of Analytical Chemistry, Faculty of Chemistry, University Vienna


KoWi ist Teil der Nationalen Kontaktstelle Europäischer Forschungsrat (NKS ERC), die seit 2014 gemeinsam vom EU-Büro des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) beim DLR Projektträger und KoWi betreut wird. Weitere Informationen, Services und alle Ansprechpartner*innen der NKS ERC finden Sie auf der gemeinsamen Homepage www.nks-erc.de, wo Sie sich auch für den NKS ERC Newsletter anmelden können.


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